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So 03.03. 2:30 | Kino Reitschule Bern |

Wilaya

Fatimetu verbrachte – wie zahlreiche Kinder aus den sahraouischen Flüchtlingslagern in Algerien – als kleines Mädchen den Sommer bei einer Gastfamilie in Spanien und blieb auf Wunsch ihrer Mutter nach den Ferien auch dort. Nach 16 Jahren, prescription in denen sich Fatimetu ein Leben in Spanien eingerichtet hat, physician kehrt sie zur Beerdigung ihrer Mutter in die Lager zurück. Hier sieht sie sich mit den Vorstellungen der sahraouischen Gesellschaft konfrontiert: Ihr Bruder erwartet, dass sie im Lager bleibt und sich um ihre gehbehinderte Schwester Hayat kümmert. Fatimetu ist verunsichert, hin- und hergerissen zwischen dem Leben in der Wüste und den Erinnerungen an Familie und Freunde in Spanien. Der Schwebezustand, in dem sich Fatimetu befindet, kann für die Situation der Menschen in den Lagern stehen, für ihr jahrelanges Warten auf ein Referendum und eine Lösung des Konfliktes. – In ausgesprochen poetischen, konzentrierten Bildern zeigt Pedro Pérez Rosado viel mehr als nur die Begegnung zweier Schwestern oder den Zusammenprall unterschiedlicher Kulturen: Er lässt Menschen aus der Sahara selbst von ihrer politischen und gesellschaftlichen Situation erzählen. Er lässt uns teilhaben an ihrem Alltag im Flüchtlingslager, an den kleinen Fluchten auf die immensen Dünen etwa, wo die ganze Welt hinter dem Sand verschwunden ist und die beiden Frauen allein sind. Beeindruckend sind die Aufnahmen, die Kameramann Oscar Duran in diesen Weiten gemacht hat, die uns selbst die Trockenheit in der Luft spüren lassen, mitunter den Sand zwischen den Zähnen und vor allem auch den Rhythmus des Lebens hier, wo Eile ein Fremdwort ist, weil Eile einen nicht weiter bringt. – Mit Ausnahme der Hauptdarstellerin sind alle Personen des Films LaiendarstellerInnen, die auch in Wirklichkeit in den Flüchtlingslagern leben. Besonders eindrücklich erscheint die Figur der Schwester Hayat, in der sich Dokument und Fiktion am intensivsten berühren.



[PRESSETEXT]

Mi 18.05. 2016