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Do 31.10. 20:30 | Kunstraum Walcheturm Zürich | Electro, Experimental

Mihály / Hofmann / Lorenz – 18West19

Julia Mihály, Stimme, E-Gitarre, Elektronik
Sebastian Hofmann, Schlagzeug, E-Bass, Elektronik
Martin Lorenz, Schlagzeug, Stimme, Elektronik

Programm:
Julia Mihály – 18WEST – Songs für den Untergang (2018/19)
Konzertante Auszüge in der Besetzung Stimme(n), Schlagzeug, Perkussionsinstrumente, E-Gitarre, Live-Elektronik

Martin Lorenz – Dust To Content (2018/2019)
Uraufführung für Stimme und zwei Schlagzeuger

blablabor (Annette Schmucki & Reto Friedmann) – hirsch hirn hornisse (2009/2019)
Neufassung für eine Sängerin und zwei Schlagzeuger mit Turntables und Radiogeräten

Mit zwei Uraufführungen von Julia Mihály und Martin Lorenz und einem älteren Werk des Künstlerkollektivs blablabor erforscht das Trio Mihály – Hofmann – Lorenz in einem Konzertsetting zwischen Garagen-Band und Neue-Musik-Ensemble die Wechselwirkung von Musik und Sprache. Dabei interessiert vor allem das Potential von Sprache und Semanitk, und wie es die Wahrnehmung von Musik manipulieren kann.

Julia Mihály setzt sich im Spannungsfeld des politisches Lieds mit der Wirkung und Funktionsweise von Sprache als Bedeutungsträger auseinander. Von Agitprop über stilistisch zitierte Protestsongs bis hin zu performativen Aktionen, die komplett ohne Sprache auskommend als politischer Kommentar nicht missverstanden werden können. Dazu werden die Instrumente Schlagzeug, E-Bass und E-Gitarre, als stil-typische Instrumente auf der performativen Ebene ikonisiert eingesetzt. Martin Lorenz untersucht, wie Übersetzungsalgoritmen, die auf grammatikalisch korrekte Sätze optimiert sind, aus dem sprachlichem Non-Sense rechnerisch generierter, inhaltsloser Silbenfolgen semantische Inhalte erschaffen, die ironischerweise einer Poetik nicht entbehren; eine Metapher für die aktuelle Diskussion über Datenauswertung. Die Komponistin Annette Schmucki und der Radiokünstler Reto Friedmann untersuchen in Ihrer Zusammenarbeit als blablabor Texte als Träger von Begriffen und Klängen und sezieren Sätze zu Wörtern und wiederum zu Sprachlauten und setzten diese als Musik neu zusammen. Sie übersetzen Sprache in Musik und zurück; hier wird die Semantik vorübergehend ausgeschaltet um zu einer Topographie der Sprache zu gelangen.

[PRESSETEXT]

Mo 02.09. 2019