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Fr 18.10. 20:00 | Kino Reitschule Bern |

Filmzyklus Iran kurz und jung: She / Gaze / Manicure / Interview with a Dead Man

I) She
Kurzfilm von Masoud Tahmasbi, Iran, 2017, 13 Min., Persisch/e

Ein junges Mädchen mitten im herbstlichen Wald. Mit den toten Blättern spielend fragt sie: kommen sie nie wieder, nachdem sie vom Baum gefallen sind? Ein philosophischer Dialog.

II) Gaze
Kurzfilm von Farnoosh Sapadi, Iran, 2017, 14 Min., Persisch/e

Auf ihrem Heimweg wohnt eine Frau einem Ereignis auf dem Bus bei. Nun muss sie entscheiden, ob sie das weitersagt oder nicht.

III) Manicure
Kurzfilm von Arman Fayyaz, Iran, 2017, 13 Min., Persisch/e

Nach ihrem Selbstmord wird eine junge Frau von den Dorfbewohnern als Monster geschimpft. Ihr trauender Mann kann sie aber kaum verteidigen.

IV) Interview with a Dead Man
Kurzfilm von Yashar Karimi, Iran, 2017, 24 Min., Persisch/e

Sia sitzt wegen Drogenkonsums im Gefängnis. Während eines eintägigen Hafturlaubs versucht er, den Geburtstag seines Sohnes zu organisieren. Doch die Prophezeiung seines Zellengenossen stellt ihm nach.

Infos

Immer wieder ist der Iran in den Medien, leider selten aus positiven Gründen. Atomkraft hier, Spionage da… Eskalation und Deeskalation – ein Anti-Schleierzwang-Marsch wartet auch noch um die Ecke! Donnie, Hassan, könnt ihr mich hören? Doch wagt man den Sprung in die gerade vor 40 Jahren entstandene Islamische Republik, so fallen die IranerInnen völlig anders auf: durch ihre Lebensfreudigkeit, durch ihre endlose Neugierde. Und durch ihre Verzweiflung. Die Politik ist in aller Munde, kaum hat man ein paar Worte ausgetauscht – da braucht es nur offene Ohren. War die Lage besser unter dem Shah? Wieviele BürgerInnen stehen eigentlich hinter dem Regime? Ist bald ein Zivilkrieg zu erwarten? Jede und jeder hat eine eigene Theorie zum aktuellen Stand und zum weiteren Schicksal des Landes. Wenig Einfluss haben die Wechselfälle der Geschichte hingegen auf den Stolz der Jahrtausende alten persischen Kultur.
Haben Sie gerade keinen Plan, Persien zu bereisen? Solche Einblicke erhalten Sie zum Glück auch an beiden Wochenenden unseres Oktoberzyklus zu jungen FilmemacherInnen aus dem Iran. Durch ihre Kurzfilme zeigen sie, wie die iranische Jugend – insbesondere Frauen* – ihr Land erlebt, wie sie zu ihm steht oder sich davon befreit. So sehr die Auseinandersetzung mit dem Heimatland auch ein Merkmal des iranischen Kinos sein mag, sind die Wege vielfältig: Subjektive Erzählungen (Shoot Me), gesellschaftliche Auseinandersetzungen (Kids of Tehran, Gaze, Retouch, Manicure), Einblicke in die Erfahrung der Flucht (Cinderelinge, Il Silenzio, Lavashak) oder experimentellere Filme (Neda, She, Interview with a Dead Man, S, LovoGary)… Filme sind auch nicht der einzige Weg: Bereichert wird der Zyklus durch die Kunstausstellung تعلیق (teliq) – Suspense der jungen Künstlerin Nasrin Amiri, welche die Hoffnungen, die auf die Auswanderung gesetzt werden, veranschaulicht und reflektiert, sowie durch die musikalische Atmosphäre von Ali Latif Shushtari, zwischen westlicher zeitgenössischer Musik und iranischen Inspirationen.
!به سینمای ریتشول خوش آمدید – be sinamā-ye reitschule khosh āmadid!

[PRESSETEXT]

Mo 30.09. 2019